Was ist eine Loge ?
Eine Loge ist ein Ort, wo sich Maurer versammeln und arbeiten. Daher wird eine solche Versammlung oder gehörig eingerichtete Gesellschaft von Maurern eine Loge genannt, und jeder Bruder muss zu einer gehören und ihren besonderen Gesetzen und den allgemeinen Anordnungen unterworfen sein.
Man hört immer wieder von Geheimbund, was ist davon zu halten ?
Die Freimaurerei ist kein Geheimbund. Geschichte, Wesen, Ziele, Satzung und Namen der Vorstände von Großloge und Logen sind öffentlich zugänglich. Selbst die Rituale sind oft publiziert worden. Trotzdem halten die Freimaurer an der Verschwiegenheit über die Einzelheiten ihres Brauchtums fest. Dieses Schweigen schützt das Erlebnis und stiftet Vertrauen.
Die Stellung der Freimaurerei in der Gesellschaft von heute erfordert einerseits von Loge und Großloge eine die eigene freimaurerische Identität vermittelnde Öffentlichkeitsarbeit. Eine solche positive Öffentlichkeitsarbeit hat hauptsächlich drei Aufgaben:
- Abbau von Vorurteilen und Verbesserung des Informationsstandes der profanen Umwelt;
- Herstellen einer fruchtbaren, Logen und Großloge geistig und sozial belebenden Kommunikation mit Außenstehenden;
- Anknüpfen von Beziehungen zu Männern, die für die Logen als Suchende in Frage kommen.
Andererseits wird jedoch auch heute noch abgelehnt, das freimaurerische Brauchtum und interne Vorgänge des Bundes zu verbreiten. Hiermit wird zu oft ein Enthüllungseffekt angestrebt, der nicht lange halten kann. Die Öffentlichkeit akzeptiert sehr wohl das Vorhandensein prinzipiell unzugänglicher Bereiche. Durch deren Preisgabe würde sich die Freimaurerei nicht nur eines wesentlichen Elements ihrer Wirksamkeit nach außen berauben. Sie würde vor sich selbst unglaubwürdig und gefährdete das auf Schweigen und Vertrauen beruhende innere Band.
Freimaurer und Kirche
Freimaurerei ist weder Religion noch Kirche. Sie will vielmehr Menschen der verschiedensten Weltanschauungen und religiösen Überzeugungen im Bewußtsein verbindender Werte auf der Grundlage einer gemeinsamen Symbolsprache zusammenschließen. Die Zugehörigkeit zu einer Konfessionsgemeinschaft hindert die Mitgliedschaft im Freimaurerbund nicht.Das freimaurerische Ritual vermittelt Erfahrungen, die über das Alltagsleben hinausgehen. Dennoch ist seine Wirkung rein psychisch und nicht übersinnlich oder gar magisch zu erklären. Die Freimaurerei beruht auf einer religiösen Grundlage, insofern sie der Stellung des Menschen in der Welt und seiner Beziehung zur Transzendenz in ihrem Brauchtum sinnlichen Ausdruck gibt. Dennoch ist die Freimaurerei keine Religionsgemeinschaft. Sie kennt keine Dogmen und läßt jeder individuellen Überzeugung Raum. Der konfessionell gebundene Freimaurer erfährt in der Loge keine Verachtung seines Glaubens, und die enge Begegnung mit Andersdenkenden braucht ihn nicht zu verunsichern. Eben um dies sicherzustellen, sind Diskussionen über konfessionelle Fragen im Freimaurerbund nicht gestattet.
Was machen Freimaurer denn so ?
Freimaurer treffen sich meist einmal in der Woche oder alle 14 Tage an einem bestimmten Wochentag, wobei es in jeder Loge andere Gepflogenheiten gibt. Ein- oder zweimal im Monat kommen sie festlich gekleidet zu so genannten rituellen Arbeiten zusammen, bei denen ein neues Mitglied aufgenommen wird oder ein Bruder einen Vortrag über die Rituale, die Geschichte, die Philosophie oder die Symbole der Freimaurer hält. Dabei wird auch über neue Mitglieder abgestimmt. An anderen Abenden trifft man sich zwanglos, es wird über dies und das geplaudert. Ein Gastredner oder ein Mitglied berichtet über Themen, die alle Anwesenden angehen. Auch Gästeabende werden regelmäßig abgehalten, bei denen Männer, oft mit ihren Frauen, die Brüder kennen lernen können.
Besondere Zusammenkünfte werden abgehalten, wenn neue Mitglieder im Rahmen verschiedener Einweihungszeremonien zu Vollmitgliedern erhoben werden. Und weil ein Hauptziel der Freimaurerei die Brüderlichkeit ist, wird vor oder nach einem Treffen auch etwas gegessen, entweder in der Loge oder in einem nahe gelegenen Restaurant.
Die moderne Freimaurerei brachte Versammlungen in Gasthäusern mit sich, in deren Verlauf man sich ein schönes Essen gönnte. Und so gehen Freimaurerei und kulinarische Kunst bereits über 300 Jahre Hand in Hand. Solche Festessen nennt man Tafellogen oder auch weiße Tafeln, und es ist Tradition, dass anlässlich dieser Feste eine Reihe zeremonieller Trinksprüche
ausgebracht und Lieder gesungen werden.
Das Ziel der Freimaurerei ist es aber, neue Freimaurer zu gewinnen, und das geschieht durch die Verleihung von Graden.
Die drei Grade
Die Zeremonien, die ein neues Mitglied durchlaufen muss, nennt man Grade. Es gibt drei Grade: Lehrling, Geselle und Meister. Diese Grade gehen auf die Mitgliedsränge der mittelalterlichen Zünfte zurück, an deren Rituale sich auch die Zeremonien orientieren.
Viele dieser Zeremonien mit ihrer altmodisch anmutenden Sprache haben die Freimaurer bis heute bewahrt. Folgende Merkmale sind ihnen gemeinsam:
Die Grade bauen aufeinander auf und müssen in der richtigen Reihenfolge durchlaufen werden. Das verbindende Element ist dabei die Geschichte vom Bau des Salomonischen Tempels.
Jeder Bewerber nimmt bei jedem Grad durch ein Gelöbnis eine Pflicht auf sich. Er verspricht, die ihm anvertrauten Geheimnisse zu bewahren, anderen Freimaurern und deren Familien zu helfen und die Regeln der Bruderschaft einzuhalten.
Je nach den Gepflogenheiten einer Loge können zwischen dem Erreichen der jeweiligen Grade Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre liegen.
Ein Mitglied muss sich in seinem Grad bewähren, bevor er den nächsten Grad erreichen kann. Diese Bewährung besteht in der Regel darin, dass man sich Wissen über die Symbole und das Brauchtum des jeweiligen Grades aneignet. Manche Logen verlangen auch einen ausgearbeiteten Vortrag zu einem Thema, mit dem nachgewiesen wird, dass sich der Bewerber mit der Geschichte der Bruderschaft auseinander gesetzt hat.
