Die Fehler der Anderen
- Phoenix zur Wahrheit
- 21. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Wer an sich selbst arbeiten will mit dem Ziel, die eigene Persönlichkeit zu entwickeln und zu verbessern, dem stellt sich früher oder später eine große Herausforderung: Es ist unglaublich schwer, wenn nicht unmöglich, sich selbst einzuschätzen und eigene Fehler im Umgang mit anderen zu erkennen. Wir haben in der Betrachtung unser selbst einen riesigen blinden Fleck.
Natürlich können wir diesen blinden Fleck verkleinern, indem wir die Reaktionen unseres Umfelds auf unser Verhalten beobachten. Und noch besser: Indem wir Vertraute nach ihrer Meinung und ihrem Eindruck fragen, uns Feedback einholen. Hier bietet die vertraute Gemeinschaft einer Freimaurer-Loge viele Möglichkeiten, die einem "Einzelkämpfer" nicht so leicht zugänglich sind.
Von Anderen Lernen 2.0
Es gibt aber eine weitere, weniger bekannte Möglichkeit, das Verhalten des Umfeldes zur Reduktion des blinden Flecks zu nutzen, nämlich die Fehler der Anderen. Unter Trainern und Coaches im beruflichen Umfeld gibt es den Satz, dass uns wenig so sehr an anderen nervt wie die Fehler, die wir selbst auch machen. Wir scheinen unterbewusst zu wissen, wo unsere Schwächen liegen, und sind unangenehm berührt, wenn wir sie bei anderen sehen.
Wer also Inspirationen sucht, wo man noch selbst an sich arbeiten könnte: Einfach darauf achten, welches Verhalten anderer uns auf die Nerven geht, stört, richtig aufbringt. Wo andere (für uns) ganz offensichtliche Fehler immer wieder machen, aber es einfach nicht merken... - da ist die Chance groß, dass uns unsere eigenen Schwächen und Fehler vor Augen geführt werden.
In der Regel ist es hilfreich, erst etwas zu analysieren und zu abstrahieren: Was ist eigentlich der Fehler des anderen? Nicht besserwisserisch hämisch, sondern forschend. Wenn man den Fehler dann klar benennen kann, folgt der nächste Schritt: "Wie äußert sich dieser Fehler bei mir? Mache ich das auch? Wann?". Oft führt das zu neuen Erkenntnissen über sich selbst und gibt Hinweise, wo man noch nicht mit den eigenen Werten im Einklang ist.
Übung macht den Meister
Es kann anfangs unangenehm sein, so über andere nachzudenken, abererstens bekommt man so tatsächlich viele Anregungen für die eigene Entwicklung frei Haus. Und zweitens entwickelt man eine viel größere Akzeptanz für die nervigen Fehler der anderen - denn es sind ja in der Regel auch die eigenen.
Eines sollte man dabei auf keinen Fall tun: Andere über ihre Fehler aufklären wollen. Unsere Analyse behalten wir schön für uns! Denn erstens wissen wir ja gar nicht, ob sie zutrifft. Und zweitens sind wir in der Regel nicht in der Position, andere zu belehren. In der Freimaurerei spricht man davon, dass man zwar in Gemeinschaft am rauen Stein der eigenen Persönlichkeit arbeitet - aber jeder an seinem eigenen!
Geht Ihnen in letzter Zeit jemand auf die Nerven? Womit? Können Sie daraus etwas lernen?
Würden Sie gerne mal wissen, wie es Anderen mit solchen Themen ergeht? Auch für solche "praktischen" Fragen der Persönlichkeitsentwicklung ist eine Freimaurer-Loge ein geeigneter, geschützter Raum. Und unser Gästeabend auch. Nur Mut, fragen Sie einfach!





Kommentare